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Ich bin nun schon so oft gefragt worden, wie nun mein Haus und meine nähere Umgebung aussieht. Anbei ein Foto von unserem Haus. Das Haus beherbergt drei Zimmer für drei Freiwillige aus Deutschland, zudem eine angenehm große geräumige Küche und ein Wohnzimmer, das zugleich über Tag das Scoutoffice der Provinz Mpumalanga darstellt.
Der wesentliche Unterschied zwischen den “normalen” deutschen Häusern und denen hier in Afrika ist der, dass die Häuser kaum isoliert sind. Gut, in den heißen über 40°C heißen Sommern ist das nicht weiter tragisch. In den Wintern kann das aber auch empfindlich kalt werden. Die Winter hier sind natürlich nicht so stark wie die in Deutschland, aber immerhin darf man nicht vergessen, dass wir hier auf ca. 1300 Metern liegen. Ich habe gehört, dass es hier auch schon mal Frost geben könnte, so dass ich gespannt bin, was mich hier noch in den Wintermonaten bis zu meinem Abflug erwartet.
Zur Umgebung direkt vor Ort kann ich nur sagen: Sehr schön und sehr anders. Kurze Vorgeschichte zur Lage. Das Haus befindet sich auf einer Farm ca. 6 km außerhalb von dem Ort White River. Jetzt darf man sich nicht unter einer Farm automatisch ein riesiges Gehöft vorstellen, das 20 Arbeitnehmer beschäftigt und das Einkommen aus der Produktion landwirtschaftlicher Güter erwirtschaftet. Hier heißt eigentlich jedes Haus auf dem Land Farm. Man kann sich das ungefähr so vorstellen: Zwischen den Dörfern und Städten sind sehr gute Asphaltstraßen, bei denen sich die Deutschen noch eine Scheibe abschneiden können. Von den großen Verbindungstraßen gehen kleinere Straßen ab, die -wenn man Glück hat- auch noch asphaltiert sind. Sofern diese jedoch nicht asphaltiert sind, hat man es mit staubigen und steinigen Dirtroads zu tun, die aber immer noch recht breit sind. Von diesen Verbindungs-Dirtroads wiederum gehen dann kleine Buckelpisten ab zu den einzelnen Farmen. Eine solche Buckelpiste ist hier auf dem Bild zu erkennen. Somit ist die Frage auch schnell geklärt, warum hier viele Menschen Geländewagen oder ähnliche robustere Wagenklassen fahren.
Und nun bin ich wieder beim Stichwort “Farm” angekommen. Eine Farm ist eine Landeinheit, auf der meist eine kleine Anzahl von Häusern stehen und für sich ein Minidorf darstellen. In unserem Fall sind das sechs Häuser, die nacheinander im Hang stehen. Meine Umgebung ist gegenüber meinen bisherigen 28 Stadtjahren erstmals grün geprägt, wie das Bild links zeigt. Die Häuser befinden sich alle rechtsseitig und wir haben einen recht netten Blick über die Bäume hinweg zur anderen Seite des Tals. Im Regelfall scheint hier auch die Sonne, aber diese wollte bei meinen Außenaufnahmen ausnahmsweise sich nicht blicken lassen.
Sonderbares zur afrikanischen Wohnsituation: Die potentielle Kriminalität hier im Lande ist schon direkt bei der Ankunft in meiner neuen Bleibe zu spüren gewesen. Die Farm oder allgemein alle Häuser in der Umgebung werden von hohen Mauern und Zäunen umgeben, so dass Eindringlinge es schwer haben, überhaupt auf das Gelände zu kommen. Zudem sind bei jedem Haus die Fenster vergittert und auch die Eingangstüren mit einer zusätzlichen Gittertüre versehen. Eigentlich haben alle Häuser ab der Mittelschicht Alarmanlagen installiert, die automatisch mit der nächsten privaten Security verbunden sind. Die Häuser haben sowohl innen als auch außen Bewegungsmelder und in den Räumen befinden sich zudem noch sogenannte Panic-Buttons, deren Auslösen einen Aufmarsch einer kleinen bewaffneten Privatarmee bedeutet. Aber Angst braucht man hier keine zu haben. Irgendwie gehört das einfach zum Standard dazu. Man wird zwar alle paar Nächte durch einen falschen Alarm aus dem Schlaf gerissen, aber auch daran gewöhnt man sich. Einen Postboten gibt es hier genausowenig wie die Müllabfuhr. Daher ist auch verständlich, warum kaum einer weiß, wo wer wohnt, denn im Regelfall wird die Postbox als Korrespondenzanschrift genannt und nicht die physikalische Adresse. Zudem hätten es Postboten bei den langen Wegen schwer und auf jeder Farm gibt es einige Hunde, die schon aus weiter ferne einen Ankömmling “begrüßen”. Postboten hätten hier sicher einen gefährlichen Job. Da es hier auf dem Land keine Müllabfuhr gibt, müssen die Inhaber hier selber schauen, wie sie ihren Müll beseitigt bekommen. Daher steht auf unserer Farm etwas abseits auch eine kleine private Müllverbrennungsanlage, die alle paar Tage angeworfen wird. Oben in den Schacht immer wieder etwas Müll nachstopfen und unten am Fuß die kalte Asche später entnehmen und irgendwo vergraben (siehe Bild oben).
Fauna und Flora: Hier auf dem Gelände gibt es allerlei Gewächse, die es daheim in Deutschland nicht gibt. Während in Deutschland auf einem Bauernhof Kirsch-, Apfel- oder Birnenbäume zu finden sind, so wachsen hier auf der Farm Bananen, Mangos, Avocados und andere Früchte auf den Bäumen. Falls man Hunger hat, kann man sich ruhig nebenan bedienen.
Haustiere: Ja, auch diese haben wir hier. Zum einen laufen auch bei uns insg. vier Hunde und ebensoviele Katzen auf dem Gelände herum. Dies ist aber gegenüber den deutschen Verhältnissen normal. Zusätzlich haben wir auch regelmäßig wiederkehrend Frösche in unserem Cottage. Ich weiß zwar nicht, was die dauernd hier in die Küche treibt, aber an meinem besten Tag konnte ich drei Mal einen Frosch aus dem Haus raustragen. Auch jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, versteckt sich irgendwo hinter der Spüle “Lurchi 26” und kommt nicht wieder raus. Meinen aller größten Schock hatte ich aber bei der ersten Begegnung mit einem Frosch. Da saß doch das Biest gelangweilt auf der Spüle anstatt auf dem Boden. Und ich greife nichts ahnend zu einem Teller und erschrecke mich fast zu Tode, als plötzlich Lurchi 1 (selber vermutlich sehr verängstigt) die Flucht ergreift und mit einem großen Sprung sich zu retten versucht. Die große Frage, dich ich mir wochenlang stellte: Wie kommen dauernd die Frösche auf die Spüle. Die Erklärung fand ich nun endlich gestern, als ich Lurchi 25 an der Wand hängen sah. Anscheinend können sich die Fiecher wie ihre Artgenossen Salamnder und Echse mit ihren Beinen an der Wand festkleben. Zusätz bekommen wir sporadisch Besuch von jeder Menge Insekten und anderen Amphibien, die es alle in Europa nicht gibt. Die Wespen sehen hier z.B. richtig gefährlich aus, sind zudem gut doppelt so groß wie unsere deutschen Fluggenossen. Kleine Salamnder sind hin und wieder an der Wand oder kürzlich verirrte sich diese wunder schöne Gottesanbeterin in unsere Küche und ließ sich auf dem Lampenschirm nieder. Rechts die ca. 30 cm große Echse hingegen besuchte zum Glück nicht unser Haus, sonnte siche aber mit seiner Partnerin auf dem Baum 5 Meter von unserem Haus entfernt.
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