Swaziland2

Noch ein paar Infos zu Swaziland: Im Prinzip gibt es zwischen dem Land und dem mir bisher bekannten Südafrika kaum Unterschiede. Die Mehrzahl der Menschen lebt dort wie hier unter sehr einfachen (für Deutsche nicht vorstellbaren) Bedingungen.
Wohl kann man einen kleinen Unterschied auf der Straße feststellen, da teurere und neuere Fahrzeuge auf der Straße zu finden waren als in Südafrika.

Dies aber nur am Rande, wenden wir uns lieber einer der Haupteinnahmequellen des Landes zu: dem Tourismus. Und dieser Sonntag war für mich ein richtiger Touri-Tag. Nicht weit entfernt von meinem Bagpacker befand sich ein Handcraft-Market, in dem man in diversen kleinen Geschäften nach unterschiedlichen selber hergestellten Dingen stöbern konnte. Bekannt sind die aus Holz oder Stein bestehenden menschlichen Figuren, Tiere oder Masken. Schmuck, Körbe, Ketten, Tücher, Drahtgeflächte und andere Dinge gehören ebenfalls zum üblichen Repertoire.

Nachdem Claudia und ich mich aber mit unserem Kaufrausch zurück halten konnten, da wir einen anderen größeren Markt besuchen wollten, fuhren wir zum nahegelegenen Cultural Village. Dort angekommen, wurden wir von einem der Stammesälteren begrüßt und das auf Deutsch. Man merkt direkt, dass sie hier auf Touristen programmiert sind.

Oben auf dem Bild ist der Stammeshäuptling zu sehen. Er unterscheidet sich gegenüber den anderen Swazi durch die Feder im Haar, die ihn eindeutig als Häuptling kennzeichnet. Darüber hinaus hat er irgendein Gel in seine Haare geschmiert und rechts an seinem Kopf kann man leicht eine Art Spange erkennen. Wenn ich seine Erzählung richtig verstanden habe, dann soll das ein Kamm sein, der der Einfachheit halber im Haar getragen wird.

 

Zwei Mal am Tag gibt es in dem Dorf eine Show für die Touristen, in der die guten alten Swazi-Tänze und Gesänge gezeigt wurden. Leider merkte man sehr schnell, dass die Tänze für die Bewohner den üblichen Trott darstellen und daher wurden die Lieder sehr gelangweilt vorgesungen und getanzt. An anderer Stelle konnte ich schon mehrfach Swazilieder hören. Die Lieder sind grandios, meist nur mit einer Trommel als Rythmusgeber und ansonsten mehrstimmige ineinander geschachtelte Lieder.

Bei den Tänzen gibt es anscheinend zwei Hauptaufgaben:
Die Männer haben als Hauptaufgabe, möglichst feste mit den Füßen auf dem Bodem zu stampfen, währen die Frauen bei ihren Liedern eher im Gegensatz zu den Männern versuchen mussten, die Füße möglichst weit in den Himmel zu strecken.

Naja, die Tänze waren für meinen Geschmack nun nicht sooo toll, aber die Musik und Gesänge sind wirklich sehr schön und ich werde hoffentlich noch eine oder mehrere CDs finden.

Rechts zu sehen ist eine der typischen Rundhütten der Zulus. Ich möchte anmerken, dass in solchen Hütten bis heute Menschen leben!

Diese Hütten sind komplett aus Materialien gebaut, die aus der Natur stammen. Bemerkenswert ist, dass das Haus absolut wasserdicht ist. Sowohl unten bildet sich bei den tropischen Regenmassen kein Bach als auch von oben tropft kein einziger Tropfen hinein. Im Gegensatz dazu kann aber trotzdem in der Behausung auf einem offenen Feuer gekocht werden und der Rauch zieht ungehindert durch das Strohdach nach außen ab. Der Rauch von dem Feuer tötet zudem mögliches Ungeziefer, das sich in den Außenwänden versteckt hält.

Links zu sehen ist die typische Art der afrikanischen Küche. In den großen Kesseln werden Pap und irgendeine Sauße gekocht. Pap ist etwas, was wir in Deutschland nicht kennen. Es ist eine Art Mehlbrei, das eingekoch eine recht feste Struktur (Pappe halt) hat. Schmecken tut es nach nichts, aber für

den Geschmack ist ja die Sauße da. Das schlimme an dem Essen ist nicht der Geschmack, für ein einmaliges Essen ist es wirklich recht schmackhaft. Schlimm ist eher, dass diese Art des Essens sowohl mittags als auch abends serviert wird und dies erfordert auf Dauer besonders bei Kindern Mangelernährung an Vitaminen.

Die Einheimischen hier sind wirklich talentiert, was das Handwerk angeht. Produziert wird alles, was man auch noch aus Müll herstellen kann. So zum Beispiel auch rechts das Auto. Der Mercedes-Stern im Kühlergrill verrät, dass die Menschen auch ohne Fernsehen einen Geschmack für schöne Autos haben. Das tolle “ferngesteuerte” Auto, das ich in dem Bild fahre, ist komplett aus Draht hergestellt. Eingebaut ist ein Lenkrad, mit dem ich das Auto komplett steuern konnte. Sogar ein altes Radio war eingebaut.

 

 

Achja, darf ich Claudia vorstellen? Sie traf ich am Vortag im Bagpacker, ebenfalls Alleinreisende und mit ihr habe ich zusammen den gestrigen Abend und den heutigen Tag verbracht. Leider sind die Treffen mit den verschiedenen Menschen viel zu kurz, denn die Reisepläne passen im Regelfall nie zusammen, so dass ich mich bisher immer nach einem Tag von den netten Menschen trennen musste.

Übrigens im Hintergrund sind zwei spielende Affen zu sehen, die dem Swazi-Dorf schwere Sorgen bereiten. Sie klauen ständig die Nahrungsvorräte aus den Hütten.

 

In unmittelbarer Nähe befand sich ein schöner Wasserfall. Nicht, dass ich in Mpumalanga schon genügend Wasserfälle gesehen hätte, aber davon kann man einfach nicht genug bekommen.

Von diesem Punkt aus hatten wir einen wundervollen Blick auf das gesammte Naturschauspiel, sind aber später näher rangegangen. Was uns aber verwunderte: Wir durften nur in Begleitung eines Naturpark-Bediensteten zu dem Wasserfall gehen. Der Grund ist aber nicht die Brandgefahr oder ähnliches, nein, einige Touristen scheinen dort früher überfallen worden zu sein.

 

 

Der gemeinsame Tag endete später an diesem wunderschönen Teil des Flusses, der zuvor von dem Wasserfall gespeist worden war.

An ein paar flachen Steinen am Ufer des Flusses genossen wir die Nachmittagssonne und genossen unser vitaminreiches Mittagessen aus Äpfeln, Bananen und Mandarinen (gegenüber dem afrikanischen Pap).

 

Danach ging es noch zu einem Handcraft-Markt, an dem ich die verschiedenen Anbieter von tollen Schnitzereien gegeneinander ausspielte. Am Ende erhielt ich eine 1 Meter große aus Holz geschnitzte Giraffe für ganze 5 Euro und ein 50cm hoher Springbock für 3 Euro.

Am liebsten würde ich den ganzen Markt leerkaufen und in Deutschland über EBay wieder verkaufen. Leider hat das Flugzeug gewisse Schranken, was das Gepäck angeht. :-(

 

 

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