Hike und Sudwala

Auch dieses Wochenende war eines der Superlativen!

Fox’s Adventure!

Was versteckt sich hinter diesem Begriff? Fox ist der kleine Mann unten auf dem Bild mit der Lore, 65 Jahre alt, immer noch aktiver Pfadfinder, Wanderer und Klettermax. Mit ihm gemeinsam und Charly (siehe Bild im Blätterwald) bin ich einen Tag lang in den Bergen Barbertons hiken (wandern) gewesen. Jedoch nicht einfach so wandern, nein, das war ein Abenteuer!

Wir suchten einen alten Trail, genannt Pioneers Trail, ein Weg, über den vor über einhundert Jahren noch Goldsucher mit ihrem Esel kamen, um in den Bergen bei Barberton nach Gold zu suchen.

Übrgens gehören die Berge hier zu den ältesten der Erde, nirgendwo anders findet man Gestein, das äter als dieses 500 Mio Jahre alte Gestein ist.

Fox erzählte auch wahre Gruselgeschichten, die man sich plastisch ausmalen konnte, wenn man gerade auf diesem Weg läuft: “Als die Goldschürfer vollgepackt und im Regelfall einzeln durch dieses Niemandsland zogen, mussten die Weißen sich vor den schwarzen Ureinwohnern in acht nehmen. Sobald sie einen sahen, mussten sie laufen, denn wenn die Schwarzen sie erwischt hätten, so wären sie ermordet worden.”

Na, das fing ja gut an....

Und das Adventure an diesem Morgen fing auch wirklich gut an... Der Weg war wie oben auf dem ersten Bild zu sehen noch breit, was aber daran lag, dass wir uns um 5.30 Uhr morgens in einer noch aktiven Goldmine befanden und die Straßen somit regelmäßig von Fahrzeugen befahren wurden. Wir machten Stop an einer ehemaligen Mine und “spielten” ein wenig mit den Lorenwagen, die dort vor sich hingammelten (rechts).

Aber schon bald sollte mir bewusst werden, warum Fox mir eine Machete gegeben hatte...  wir verließen den Weg und bogen ins Dickicht ab. Ich habe mich schwer gewundert, aber wenn man genau hinsah, konnte man zwischen all den Büschen und Pflanzen tatsächlich einen Trampelpfad erkennen, der aber so gut wie nie benutzt wurde. Daher auch die Machete: Ich hatte die ehrenvolle Aufgabe, das Gestrüpp und die Dornenbüsche ein wenig zurechtzustutzen.

Der Weg wurde aber mit den Metern und Kilometern, die wir zurück legten, immer wilder. Links seht Ihr Charly, wie er gerade im Dickicht fast untergeht, während wir uns immer weiter den Weg durch den Jungle bahnen.

Der Trail sollte uns langsam die Berge hoch führen, mehrmals einen Gebirgsbach kreuzend und einen Wasserfall auf die Berge raufführen. Den Gebirgsbach hatten wir auch gefunden, aber das Dickicht wurde dicker und dicker und nach einer gewissen Zeit wussten wir gar nicht mehr, wo der Pfad war. Wir Pfadfinder hatten also tatsächlich unseren Pfad verloren.

Fox entschied sich, den Berg steil wie er war mit all der Botanik einfach “senkrecht” ab nun zu erklimmen, denn in dieser Richtung müssten wir irgendwann wieder den Pfad kreuzen und ab da sollte es wieder leichter gehen.

Pustekuchen... schaut Euch mal diese netten Bäume da rechts an. Ja, das sind Dornen und die tun ganz schön ... aua. Aber dort gibt es nicht nur Bäume mit Dornen, nein auch Sträucher mit Dornen und sogar hatte teilweise das Gras Widerhaken. Afrikas Natur ist doch um einiges härter als man das aus Deutschland gewohnt ist.

Jedenfalls sind wir durch die Dornenbüsche direkt steil den Berg raufgekrabbelt (wandern kann man das nicht mehr nennen) und habe mir an so manchen Stellen ein nettes Seil wie an der Kletterwand als Schutz gewünscht. Aber wir sind ja hart im Nehmen.

Leider fanden wir den von Fox versprochenen Trail nicht wieder und sind seit dem Aufstieg nur noch querfeldein gewandert. Fox machte mir Mut und meinte, dass es einfacher wäre, von hier aus quer über die Berge nach Swaziland zu wandern, denn zurück den steilen Berg runter senkrecht war nicht machbar.

Nach einigen Stunden wandern und Richtung peilen kamen wir auf den Gipfel des in der Region höchsten Berges und genossen die wunderbare Aussicht über die vor uns liegenden Täler.

Das ist ein Erlebnis sag ich Euch, wenn man realisiert, dass man nach vielen Stunden Arbeit diese geniale Aussicht genießen kann. Auf dem Gipfel angekommen, konnte Fox ein paar Eckpunkte seiner Wanderkarte auf den Hügeln unter uns erkennen und somit hatten wir wieder eine neue Peilung und konnten ab diesem Moment auch zielstrebig auf unser Ziel zusteuern.

Am Ziel angekommen machten wir erstmal eine einstündige Pause, bevor wir den Rückweg antraten. Für den Rückweg hatte Fox sich aber was ganz besonderes ausgedacht: Downhillfahren mit Mountainbikes. Auf der Fahrt die Berge runter machten wir immer wieder mal Halt, um die Aussicht zu genießen oder von Fox neue Geschichten über die Berge zu erfahren, so wie diese hier:

Rechts auf dem Bild sieht man im braunen Gras einen Zickzack-Weg, der sich den Berg hochschlängelt. Dieser Weg nennt sich Grand-Piano-Staircase-Trail. Oben auf dem Berg befand sich eine der ersten Minen Barbertons aus dem 18. Jhdt. Die Frau des Mineninhabers langweilte sich und wünschte sich ein Klavier in ihrem Haus. So schleppten damals ein paar Minenarbeiter ein Klavier aus dem entfernten Barberton diesen Zickzackweg rauf.

Am Ende dieses langen harten Tages erhielt ich von den “beiden jungen Scouts mit dem grauen Haar” einen Aufnäher “Fox’s Adventure” geschenkt in Gedenken an die Mühen und Strapazen.

Dieser Tag war einfach genial! Am Abend war ich zwar total platt und es war einer der wenigen Abende in meiner Afrika-Zeit, wo ich abends ausnahmsweise mal zu Hause geblieben bin.

Ich würde es aber gleich nochmal machen....

 

 

 

 

Am nächsten Tag ging es dann weiter, diesmal sollte es aber nicht so anstrengend werden. Ich entschied mich für eine Fahrt zu den Sudwada-Caves.

Das Besondere an diesen Höhlen: Sie zählen zu den größten Höhlensystemen Afrikas mit über 11 km Streckennetz, von denen aber nur 600 Meter für den normalen Besucher zugänglich sind. Zudem gibt es darin Höhlen, die größer sind als ganze Häuser und einen Durchmesser von über 40 Metern aufweisen. Durch die geniale Akustik des Dolomit-Gesteins werden darin auch Konzerte abgehalten. Auf dem Bild ist eine kleinere Höhle zu sehen, in der Stalagmiten und Stalagtiten mit einer Gesamthöhe von 10 Metern zu sehen waren. Zudem hängen von den Decken Wurzeln von Bäumen herab, die sich jahrelang durch die meterdicke Gesteinsschicht auf der Suche nach Wasser gebuddelt haben.

Auch wunderschön ist am Ende der langen Führung eine kleine Höhle mit Wasserbecken, in der die Wände farblich angestrahlt wurden.

 

 

 

Nach dieser äußerst interessanten Höhlen”wanderung” fuhr ich nordwärts knappe 100km in die Gegend um den Long-Tom-Pass. Hier windet sich die Straße Kilometer um Kilometer aufwärts, bis man auf über 2000 Metern Höhe den Pass über die Bergkuppen erreicht. Hier hat man traumhafte Aussichten auf die umliegende Gegend.

Long Tom ist übrigens eine riesig schwere Kanone, die hier von den Vortrekkern/Buren, den alten niederländischen Einwanderern zum Schutz gegen die voranrückende britische Armee aufgestellt wurde. Mit diesen Kanonen konnten sie von diesem PAss aus die ganze Gegend unter Beschuss nehmen. Als Andenken an die alten Zeiten (um die Jahrhundertwende 18-19.Jhdt.)

Von diesem Pass aus fuhr ich dann wieder Richtung Heimat, wobei ich Sabi, eine touristische Kleinstadt streifte. Die Stadt war für das Foto nicht so interessant, viel schöner war hingegen die Flusslandschaft mit Wasserfall direkt neben der Stadt.

Auf dem Foto befindet sich der Fluss ganz tief unten in dem kleinen Canyon, der sich über die millionen Jahre gut 40 Meter eingegraben hat.

 

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